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Neuerscheinung: Et in imagine ego. Facetten von Bildakt und Verkörperung

Bilder besitzen die Fähigkeit, menschliche Handlungen aktiv zu beeinflussen. Dies scheint im Widerspruch zu ihrem Status als Artefakt zu stehen. Der vorliegende Band “Et in imagine ego” greift diese Doppelnatur auf, um das symbiotische Verhältnis zwischen Mensch und Bild aufzudecken. Die sowohl kunstwissenschaftlich als auch philosophisch getragene Bildakt-Theorie beruht auf der Überzeugung, dass bildliche Wirkmechanismen insbesondere durch die im Bild angelegten Verkörperungsprinzipien zur Entfaltung gelangen. Nur unter Berücksichtigung eines emergenten Rezeptionsprozesses zwischen zwei verkörperten Entitäten – Bild und Betrachter – ist die Bedeutung des Bildakts vollständig erfassbar.
In fünfundzwanzig Beiträgen werden die vielfältigen Facetten der reziproken Durchdringung von Bildakt und Verkörperung durch Mitarbeiter und Fellows der gleichnamigen DFG Kolleg-Forschergruppe vorgestellt.

Der Band kann ab sofort im Buchhandel bezogen werden, zum Beispiel über die Seite des Akademie Verlags.


On the role of embodiment in the emergence of cognition:
“The four messages”

Talk

Rolf Pfeifer, Artificial Intelligence Laboratory, University of Zurich, Switzerland
National Competence Center Research in Robotics, Switzerland

Berlin, the 14th of May 2012, 7.15 p.m.
Venue:
Collegium for the Advanced Study of Picture Act and Embodiment
Charlottenstraße 42/Corner Dorotheenstraße
3rd floor, Seminarroom (3.01)
10117 Berlin

Traditionally, in robotics, artificial intelligence, and neuroscience, there has been a focus
on the study of the control or the neural system itself. Recently there has been an increasing interest into the notion of embodiment in all disciplines dealing with intelligent behavior, including psychology, philosophy, and linguistics. In an embodied perspective, cognition is conceived as emergent from the interaction of brain, body, and environment, or more generally from the relation between physical and information (neural, control) processes.
It can be shown that through the embodied interaction with the environment, in particular
through sensory-motor coordination, information structure is induced in the sensory data, thus facilitating categorization, perception and learning. The patterns thus induced depend jointly on the morphology, the material characteristics, the action and the environment. Because biological systems are mostly “soft”, a new engineering discipline, “soft robotics”, has taken shape over the last few years. I will discuss the far-reaching implications of embodiment, in particular of having a soft body, on our view of the mind and human behavior in general: Cognition is no longer centralized in the brain, but distributed throughout the organism, functionality is “outsourced” to morphological and material properties of the organism, which requires an understanding of processes of self-organization. Because in “soft” systems part of the functionality is in the morphology and materials, there is no longer a clear separation between control and the to-be-controlled, which implies that we need to fundamentally re-think the notion of control. The ideas will all be illustrated with case studies from biology — humans and animals — and robotics and will be summarized as a set of four “messages” for embodied systems.

Flyer: pdf


Neuer Fellow im April 2012: Martin Warnke

Der Kunsthistoriker Martin Warnke, Emeritus der Universität Hamburg, wird im April als Fellow an der Kolleg-Forschergruppe sein. Warnke entwickelte maßgeblich den methodischen Ansatz der politischen Ikonographie, welcher für die Beschreibung und die inhaltliche Analyse der Vorgänge von Bildakt und Verkörperung von essentieller Bedeutung ist.


Perspektiven der Bildforschung

Berlin-Potsdamer Vortragsreihe

Die Vorträge finden jeweils mittwochs, um 19:00 Uhr im
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwartskunst
Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin statt.

www.perspektiven-der-bildforschung.de

Programm (PDF-Download)

In Berlin und Potsdam hat sich eine große Zahl von Forschungsprojekten etabliert, die sich explizit und auch disziplinenübergreifend der Erforschung von Bildern widmen. Zusammengenommen ergeben sie ein Spektrum von Perspektiven, welche von den Künsten bis zu den Wissenschaften, von der Ästhetik bis zur Epistemologie, von Kulturtechniken und Symbolisierungsformen bis zu technischen Bildgebungsverfahren und Sichtbarmachungsstrategien reichen. Diese hohe Verdichtung soll zum Anlass genommen werden, sowohl aktuelle Forschungen und Positionen einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren als auch die einzelnen Projekte und Perspektiven in der Region in ein gemeinsames Gespräch zu bringen. Im Sommersemester 2012 laden deshalb die Kolleg-Forschergruppen ‚Bildakt und Verkörperung‘ und ‚BildEvidenz‘, die Forschungsgruppe ‚Das Technische Bild‘ sowie die Graduiertenkollegs ‚Sichtbarkeit und Sichtbarmachung‘, ‚Schriftbildlichkeit‘ und ‚Das Wissen der Künste‘ zu einer Vortragsreihe in den Hamburger Bahnhof ein, die eine Plattform für gemeinsame Debatten bieten soll.

Mi, 11.04.2012
Dieter Mersch (Universität Potsdam, Graduiertenkolleg ‚Sichtbarkeit und Sichtbarmachung‘):
Sichtbarkeiten/Sichtbarmachungen: Denken im Visuellen

Mi, 02.05.2012
Sybille Krämer (Freie Universität, Graduiertenkolleg ‚Schriftbildlichkeit‘):
Gibt es ein ‘geistiges Auge’? Und wenn ja: wie ‘sieht’ es und was ‘sieht’ es?

Mi, 09.05.2012
Klaus Krüger (Freie Universität, Kolleg-Forschergruppe ‚BildEvidenz‘):
Bild und Evidenz. Zur Ästhetik medialer Konstruktionen

Mi, 16.05.2012
Peter Geimer (Freie Universität, Kolleg-Forschergruppe ‚BildEvidenz‘):
Farben der Evidenz. Vergangenheit im Film

Mi, 30.05.2012
Tanja Michalsky (Universität der Künste, Graduiertenkolleg ‚Das Wissen der Künste‘):
Das Wissen der Künste

Mi, 20.06.2012
Matthias Bruhn (Humboldt-Universität, Forschungsgruppe ‚Das Technische Bild‘):
Ökonomien der Bildgeschichte

Mi, 04.07.2012
Horst Bredekamp (Humboldt-Universität, Kolleg-Forschergruppe ‚Bildakt und Verkörperung‘):
Kunstgeschichte und neue Anthropologie

Mi, 11.07.2012
Jörg Trempler (Humboldt-Universität, Kolleg-Forschergruppe ‚Bildakt und Verkörperung‘ ):
Historische Anthropologie der Bilder


Das bildnerische Denken: Charles S. Peirce

Der Band Nr. 5 der Reihe Actus et Imago – Berliner Schriften für Bildaktforschung und Verkörperungsphilosophie ist erschienen:

Charles S. Peirce’ Manie, permanent zu zeichnen ist nicht die bizarre Idiosynkrasie eines eigenwilligen Intellektuellen, sondern die lebendige Form seiner Philosophie. Neben einer graphischen Logik entwicklete er eine bildnerische Praxis, deren Bedeutung bislang unterschätzt wurde. Der Band versammelt konkrete Fallstudien zu zahlreichen hier erstmals publizierten Zeichnungen von Peirce. Auf der Basis dieses Materials wird der Frage nachgegangen, was es heißt, in Bildern zu denken.

Herausgegeben von Franz Engel, Moritz Queisner und Tullio Viola. » Weiterlesen