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Ästhetik der Verkörperung

Ästhetik der Verkörperung – Verkörperungstheorien der Ästhetik

Leitung: Dr. Alex Arteaga, Dr. Marion Lauschke, Einav Katan

Forschungsgegenstand dieses Clusters ist die ästhetische Erfahrung im Kontext von Verkörperungstheorien. Ästhetische Erfahrung zeichnet sich durch ihre Prozessorientierung und den Doppelfokus auf den wahrgenommenen Gegenstand und den leiblich-sinnlichen Prozess der Wahrnehmung selbst aus. Sie ist nicht auf die Identifikation von Dingen, Sachverhalten und Ausdruckscharakteren gerichtet. Ästhetische Erfahrung lässt sich als die Affektion des Körperschemas (Head, Bethoz, Gallagher) durch ein Bildschema (Johnson) charakterisieren und ist eine unverzichtbare Ressource für das Verständnis dessen, „was es bedeutet, verkörpert zu sein“ (Krois).

Forschungsfelder: Im Tanz und in den Kampfkünsten findet Körperkommunikation ohne signifikante Reaktionszeit, die Voraussetzung für die Interpretation von Zeichen ist, statt. Wie ist diese Kommunikation möglich? Ikonisch organisierte Formen wirken im Vergleich mit linguistisch-deskriptiven Begriffen unmittelbar emotional und kinästhetisch. Wie ist dies vor dem Hintergrund aktueller Emotionstheorien zu erklären?
In der Kunst der letzten Jahrzehnte hat sich eine Materialästhetik ausgebildet, die das Material vor der Form privilegiert. Charakteristisch für die Wahrnehmung dieser Kunst ist ihre somatische Erfahrung. Wie ist sie erklärbar? Auf der Basis der konstitutiven Funktion der ästhetischen Erfahrung in der Emergenz von Sinn lässt sich die künstlerische Praxis als die Gestaltung von Bedingungen, welche den bewussten Zugang zu diesem Prozess erweitern, verstehen. Wie kann diese Modalität künstlerischer Praxis als Forschungsmethode systematisiert werden? Wie kann künstlerische Forschung als Ergänzung zur wissenschaftlichen Forschung fungieren?