Joerg Fingerhut
Situierte Kognition, Verkörperung und visuelles Bewusstsein
Joerg Fingerhut studierte in Berlin Philosophie und Komparatistik und schloss im Jahre 2007 mit einer Arbeit zum nichtbegrifflichen Gehalt der Wahrnehmung ab. Nach einem Forschungsauftrag an der Yale University arbeitet er in der Kolleg-Forschergruppe an seiner Dissertation. Darin untersucht er gegenwärtige Theorien, die den Körper und die durch ihn ermöglichte Interaktion mit der Umwelt als konstitutiv für die Inhalte und Modalität der Wahrnehmung ansehen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Philosophie der Kognitionswissenschaften – deren Disziplinen sich von Psychologie und Biologie bis hin zur Künstlichen Intelligenz und Robotik erstrecken – sowie die Philosophie des Geistes und die Wissenschaftstheorie. Joerg Fingerhut war 2009-2010 Mitglied der interdisziplinären Forschergruppe »Funktionen des Bewusstseins« der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Email: fingerhut@bildakt-verkoerperung.de
Glossarartikel: Affordances, Ausgedehnter Geist 2, Enaktivismus
Aufgaben
Leitung des Forschungschwerpunktes Embodied Cognition (siehe unten)
Verantwortlicher für das Fellowprogramm
Publikationen
Bücher
Herausgeberschaft
- Feelings of Being Alive, Joerg Fingerhut & Sabine Marienberg (Hg.), Berlin & New York [erscheint Februar 2012].
- Habitus in Habitat III. Synaesthesia and Kinaesthetics, Joerg Fingerhut, Sabine Flach & Jan Soeffner (Hg.), Bern & New York 2011.
Umschlag/Cover; Inhaltsverzeichnis/Contents
- Cassirer, Ernst. Vorlesungen und Vorträge zu philosophischen Problemen der Wissenschaften, 1907-1945, Jörg Fingerhut, Gerald Hartung & Rüdiger Kramme†(Hg.), Hamburg 2010.
In Vorbereitung
- Cassirer, Ernst. Schillers Philosophische Weltansicht, Jörg Fingerhut & Sigrid Mayer†(Hg.), Hamburg [vorauss. 2012]
Mitarbeit
- Cassirer, Ernst. Kulturphilosophie: Vorlesungen und Vorträge 1929-1941, Rüdiger Kramme† (Hg.) unter Mitarbeit von Jörg Fingerhut, Hamburg 2004.
Aufsätze
- »The Moving and the Living Body and the Experience of Presence«, in: Feelings of Being Alive, (Hg. Fingerhut & Marienberg), Berlin & New York [erscheint Februar 2012].
- »How it Feels to Be Alive. Emotions, Background Feelings, and Experienced Arousal« (mit Sabine Marienberg), in: Feelings of Being Alive, (Hg. Fingerhut & Marienberg), Berlin & New York [erscheint Februar 2012].
- »Sensorimotor Signature, Skill, and Synaesthesia. Two Challenges for Enactive Theories of Perception«, in: Habitus in Habitat III. Synaesthesia and Kinaesthetics, (Hg. Fingerhut, Flach & Soeffner), Bern & New York 2011, S. 101-120.
penultimate draft; paging as in the printed book / Paginierung entspricht dem Buch
- »Synaesthesia and Kinaesthetics: An Introduction« in: Habitus in Habitat III. Synaesthesia and Kinaesthetics, (Hg. Fingerhut, Flach & Soeffner), Bern & New York 2011, S. 9-20.
- »Bildakt und Verkörperung. Ein DFG-Projekt von Horst Bredekamp und John Michael Krois« (mit H. Bredekamp, J. M. Krois und J. Trempler), in: humboldt spektrum, 16. Jg., 2009, Nrn. 2-3, S. 122-129.
Seminare
Proseminare
- Mind in Nature. Issues in the Philosophy of Cognitive Science (mit Katja Crone), WS 2011/12
- Andy Clark: The Extended Mind (mit Rebekka Hufendiek), WS 2009/10
- Introduction into the Cognitive Sciences, SS 2008
- Theories of Phenomenal Consciousness, SS 2007
- Elements of Mind (mit Katharina Weikl), WS 2006/7
Embodied Cognition
Kooperationspartner: Jesse Prinz (CUNY), Alva Noë (CUNY), Shaun Gallagher (Memphis University), Jan Slaby (Languages of Emotions, FU Berlin), Markus Wild (Institut für Philosophie, HU Berlin)
Kurzbeschreibung
Das Cluster ‘Embodied Cognition’ erforscht die Rolle des Körpers in der Interaktion mit der Umwelt in Denk- und Wahrnehmungsprozessen aus der Perspektive der aktuellen Philosophie des Geistes und der Kognitionswissenschaften.Unter dem Label ‘Embodied Cognition’ hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten eine Schule in den Kognitionswissenschaften etabliert, die klassische Thesen der künstlichen Intelligenzforschung, der Psychologie wie auch der Neurowissenschaften hinterfragt. Im Zentrum steht dabei die Annahme, dass sich Kognition (Denken, Wahrnehmung, Emotion, Erfahrung) nicht als etwas erklären lässt, das ausschließlich im Gehirn stattfindet, sondern das den Körper und die Interaktion mit der Umwelt auf konstitutive Weise mit einbezieht. Ziel des Clusters ist es, in der Debatte gebräuchliche Stichworte wie „embodiment“ (Verkörperung), „embedded cognition“ (Einbettung), „enactivism“ (Enaktivismus) oder „extended mind“ (aktiver Externalismus) und die diesen Stichworten zugrunde liegenden Positionen zu hinterfragen und mit Vertretern der ‘Embodied Cognition’ zu diskutieren und zu schärfen.